Dienstag, 17. April 2012

Austauschbar

Ist euch das auch schon mal passiert? Ihr sucht nach neuen Storys, irgendetwas zum Lesen, und stolpert dabei über einen Schreiberling, der euch gefällt. Ihr lest eine Story, findet sie gut und guckt euch die nächste an. Doch dann kommt's... Sie sind austauschbar. Der Inhalt, die Charaktere, das ganze verdammte Ding. Als hätte der Schreiberling einfach nur die Namen seiner Charaktere ausgetauscht und fertig.

Genau das ist mir vor nicht allzu langer Zeit passiert und ich wusste nicht, ob ich enttäuscht oder verblüfft sein sollte. Ich meine, merkt man so etwas als Schreiberling nicht?

Ich schreibe zum Beispiel gerne Romanzen und mir ist auch klar, dass die vom Grundplot meist recht ähnlich sind. Zwei Menschen treffen sich, lernen sich kennen, ein bisschen Drama und wenn man als Leser Glück hat, gibt es ein Happy End. Das alles kann ich als Autor wunderbar in unzählige Geschichten verpacken, aber um nicht ständig dasselbe zu erzählen, ist es wichtig, die Charaktere, die Storyline und das ganze Drumherum der einzelnen Geschichten voneinander abzugrenzen. Sei es durch Charaktereigenschaften, Ortswechsel, Nebencharaktere, die Leben der Charaktere und ihre Geschichte und so weiter und so fort. Würde ich das nicht machen, wären meine Leser vor Langeweile längst verschwunden oder hätten mir per Mail/Review was erzählt.

Und dann finde ich diesen einen Schreiberling, der genau das tut und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich dazu etwas sagen oder einfach meiner Wege gehen soll. Ich finde es schade, weil ich mittlerweile bei jedem neuen Kapitel der 2. Story nur noch dasitze und mir denke: „Tja, schön, aber das hattest du in Story 1, Kapitel soundso genauso.“