Mittwoch, 11. April 2012

Der Wert eines Menschen

Was ist in diesem Land eigentlich los?

Ich sollte gerade an meinem letzten Auftrag für heute sitzen. Stattdessen surfe ich herum, lese Nachrichten und stolpere dabei über das hier:

„Fast vier Jahre Haft für Kino.to-Programmierer.“

Auf allen großen Newsseiten ist das aktuell eines der Top-Themen. Knapp hinter dem dem Erdbeben in Thailand. Ich sitze nur da und schüttle den Kopf darüber. Wie kann es sein, dass Menschen wegen Urheberrechtsverletzungen länger ins Gefängnis kommen als Mörder? Erinnert ihr euch noch an die Täter, die im U-Bahnhof Kaiserdamm Guiseppe M. erst verprügelten und ihn dann solange jagten, bis er in seiner Panik vor ein Auto lief und getötet wurde? Diese Männer (Ich sage jetzt lieber nicht, welche Worte mir zu den Tätern wirklich durch den Kopf gehen.) sind Schuld am Tod eines Menschen und bekommen Bewährungsstrafen, während ein Programmierer, der „nur“ das Urheberrecht verletzt hat, im Knast landet?

In was für einem Irrenhaus leben wir denn, wenn Film- oder Serienkopien mehr Wert sind, als das Leben eines Menschen, der für ein paar Zigaretten sterben musste? Stattdessen wird das Opfer sogar noch mitschuldig am eigenen Tod gemacht, denn in der Urteilsbegründung steht dazu:

„Er hätte ja nicht so schnell wegrennen müssen.“

Da kann man sich doch nur noch an den Kopf fassen. Wie viel ist ein Menschenleben heutzutage überhaupt noch wert? Eine Packung Kekse? Die Antwort sollte heißen, es ist unbezahlbar. Aber das sehen scheinbar immer mehr Gerichte anders.