Donnerstag, 12. April 2012

Jammern auf hohem Niveau

Ich bin heute beim Stöbern auf FF.de im „Reviewbettelei“-Thread im Forum gelandet und muss zugeben, ich habe ziemlich geschmunzelt. Das Thema Reviews ist ja immer aktuell und wenn ein Autor eine Geschichte online bringt und dazu keinerlei Feedback bekommt, kann ich schon verstehen, dass er sich fragt, ob sein Werk so mies ist, dass es keiner liest?

Andererseits finde ich es immer wieder aufs Neue faszinierend wie viel Bedeutung den Stats eingeräumt wird. Da heißt es dann in diesem Thread:

„Ich habe soundsoviele tausend Klicks, aber 'nur' Reviews im dreistelligen Bereich.“

Oder aber:

„Ich habe soundsoviele Geschichten, aber es melden sich immer nur dieselben Leser dazu.“

Stellt euch jetzt bitte mein Kopfschütteln vor. Bei solchen Kommentaren frage ich mich regelmäßig, was das soll. Das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau, denn es gibt genug Autoren, die von Reviews im dreistelligen Bereich nur träumen. Genauso wären viele überglücklich eine treue Leserschaft zu haben, selbst wenn sie immer aus denselben Leuten besteht.

Wie würde das denn bei mir aussehen? Moment, ich gehe mal meine Statistiken stalken...

Okay, ich hätte da eine Story im Angebot, mit aktuell 15.664 Klicks, 316 Favoriten und 'nur' 146 Reviews. Und, oh Graus, es sind auch immer dieselben treuen Leser, die sich gemeldet haben. Also wirklich, ihr bösen, sündigen Schwarzleser, schämt ihr euch nicht? Wie könnt ihr euch trauen, meine Story anonym zu lesen? Eine Schande ist das.

Und jetzt schalte ich besser die Ironie aus, sonst werfen meine Leser gleich mit faulen Eiern.

Um ehrlich zu sein, es ist mir scheißegal, ob sich diese 316 Favoriten jemals melden oder nicht. Ich bin überglücklich über die Leser, die es tun, und ich freue mich noch mehr darüber, dass ihnen meinen Geschichten so sehr gefallen, dass sie regelmäßig bei mir reinschauen, neue Sachen ebenfalls lesen und sogar in artfremde Projekte von mir reinschnuppern. Das bedeutet mir viel mehr als Statistiken, die sowieso nicht viel aussagen. Allein schon aus dem Grund, weil es genug Leser gibt, die aus Neugier in Storys reinklicken und dann merken, dass diese Geschichten nichts für sie sind.