Mittwoch, 1. August 2012

Politischer Griff ins Klo

Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich weiß noch, wie ich als Teenager von Städten wie Los Angeles, New York City oder Miami beeindruckt war und wie toll ich den „American Way of Life“ fand.

Ich bin älter geworden und die Illusion ist schon längst der tristen Erkenntnis gewichen, dass Teenagerträume mit der Realität nicht viel gemeinsam haben. Was ist bloß aus diesem Land geworden? Unbegrenzte Möglichkeiten? Von wegen. Der American Way of Life, das Maß aller Dinge? Im Gegenteil. Ich würde ihn eher als Witz bezeichnen. Obwohl ich keine Amerikanerin bin und auch Deutschland weit davon entfernt ist, ein 'perfektes' Land zu sein, was aktuell in den USA los ist, spottet jedem Grundrecht auf Freiheit und Selbstbestimmung.

Da werden Gesetze erlassen, die normalen Bürgern die Wahl erschweren und in einer Menge Fälle sogar unmöglich machen werden, da tritt ein Präsidentschaftskandidat auf seiner Reise durch Europa von einem Fettnäpfchen ins Nächste – und dabei dachte ich mal, Bush als Volltrottel kann man nicht toppen –, da wird dem aktuellen Präsidenten, der das Zeug gehabt hätte, wirklich etwas zu ändern, seit Jahren ein Stein nach dem anderen in den Weg gelegt. Ich will nicht behaupten, dass ich von Politik viel Ahnung habe oder dass ich wüsste, wie man es besser machen könnte. Ich weiß allerdings, dass dieses Land sich mit einem Mitt Romney als neuem Präsidenten keinen Gefallen tun wird.

Bill Clinton war ein guter Präsident und Barack Obama ist es in meinen Augen ebenfalls. George Bush, der Jr., nicht der Senior, war ein Spinner in meinen Augen, aber Mitt Romney ist eine Witzfigur. Vielleicht irre ich mich, vielleicht überrascht er mich eines Tages, aber das, was dieser Mann in den letzten Wochen und Monaten an verbalen Entgleisungen abgeliefert hat, ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten? Wie hat es so ein unfähiger Mensch überhaupt geschafft, zum Präsidentschaftskandidaten zu werden?

Andererseits sieht es in vielen Ländern der Welt auch nicht viel besser aus. Man muss ja nur mal nach Berlin schauen, nach Griechenland oder Russland. Ich halte allgemein nicht viel von Politikern wie Merkel, Putin und wie sie alle heißen. Im Gegenteil, Männer wie Schäuble oder auch Putin halte ich sogar für gefährlich. Aber so unterirdisch wie Mitt Romney benimmt sich allgemein keiner von ihnen. Wenn dieser Mann die Zukunft der USA sein soll, na dann gute Nacht.

Kommentare:

  1. Die USA wechseln sich, so ist irgendwie mein Eindruck, immer ab zwischen einem "Geht-so-Präsidenten" und einem eigentlichen absoluten "No-Go-Präsidenten", deswegen habe ich ein bisschen Angst vor den Wahlen in den USA. Vielleicht denke ich ein bisschen zu pessimistisch, aber auf der anderen Seite hätte ich auch nie gedacht, dass Bush jr. 2mal gewählt werden würde...
    Ich kenne mich in Politik nicht aus, wage es deswegen auch nicht irgendein Urteil über die Wahlen zu machen, aber was ich weiß ist, dass die Wahlen in den USA für die ganze Welt von Bedeutung sind. Und nicht nur für die westliche Welt.
    Langsam glaube ich, dass es kein Land auf dieser Welt gibt, das weltweit einen so schlechten Ruf hat. Naja, vielleicht rede ich auch mit den "falschen" Menschen darüber. Ich habe den Eindruck, überall wo dieses Land einmarschiert (die Römer haben es übrigens "befrieden" genannt, wenn sie in fremde Länder gegangen sind, um dort den Menschen ihre Kultur aufzudrücken, Land zu erobern und Sklaven zu bekommen, ich warte immer darauf, dass der Begriff ein Revival bekommt), hinterlassen sie nichts positives. Okay, das habe ich ja schon ein paar mal festgestellt in der Hinsicht bin ich nicht objektiv.
    Egal, ob man mit einem Arzt aus Afghanistan oder einem Freund aus Honduras, Gutes haben sie nicht über die "Amis" zu berichten. Aber ich bin da nicht objektiv, wie wir wissen und außerdem würde es jetzt auch zu weit führen, wenn ich mich darüber auslasse, dass die USA die Waffen an die Drogenkartelle verkauft, die sie versuchen auszurotten und die es dann möglich machen in Ländern wie z.B Honduras Menschen auf offener Straße zu erschießen.
    Aber gut, dass sind ja nicht nur die USA und das betrifft mich im Moment einfach besonders stark, weil ein Freund von mir Mitte diesen Monats wieder zurück nach Honduras muss, ob er nun will oder nicht und dort gerade ein bisschen die Hölle los ist, wie ich immer wieder aus seinen Erzählungen mitbekomme.
    Und den Schuh mit dem Waffenhandel kann sich ja nicht nur die USA anziehen, auch Deutschland und sowieso führt das ja jetzt auch viel zu weit weg von dem Thema, das du gerade angeschnitten hast.

    Wir können nur abwarten und irgendwie vielleicht doch hoffen, dass Obama durch eine zweite Wahl die Chance bekommt, sich den Friedensnobelpreis, den er als Vorschusslorbeeren bekommen hat, dann wirklich zu verdienen

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    1. Ja...ähm genau mein Name ist seit heute "Amma" nicht mehr "Anna" dafür hi´t Tomo jetzt auch "Tono" und alles...

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  2. Ich denke, dass es in keinem Land anders läuft, als in den USA. Alleine was sich jetzt in Österreich, speziell Kärnten abspielt, ist einfach nur mehr lachhaft und ein Kindergartenniveau. Da fragt man sich oft als Bürger, ob nur die Vollidioten in die Politik gehen.

    Ich dachte auch, dass es nicht schlimmer als Bush Jun. werden kann, aber wir werden halt immer eines Besseren belehrt. Denn Romney übertrifft ihn definitiv. Bei den ganzen Fettnäpfchen kann man auch nur mehr den Kopf schütteln und hoffen, dass der nicht Präsident wird.

    Und Obama wurden wirklich sehr viele Steine in den Weg gelegt. Anstatt dass die endlich mal ihre Streitereien beiseite legen, wird da die andere Partei aufgehalten und leiden müssen dann die Bürger, vor allem diejenigen, die eh schon stark an der Armutsgrenze oder darunter liegen.

    Aber ich finde auch, dass es völlig übereilt war Obama den Friedensnobelpreis zu verleihen. Denn immerhin fanden durch ihn deutlich mehr Drohnenangriffe statt, als damals durch Bush (In den ersten 15 Monaten der Amtszeit von Barack Obama wurden bereits mehr Drohnenangriffe durchgeführt, als während der gesamten Regierungszeit von Bush). Und Obama gab ja auch selbst zu, dass er die Kandidaten selbst aussucht, und ich möchte nicht wissen wieviele zivile Opfer er schon zu verbuchen hat. Von daher denke ich, dass diese Preisverleihung deutlich übereilt war.

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  3. @Anna (oder doch lieber Amma? *gg*): Das umschreibt es wirklich gut. Clinton, Bush, Obama, Rommney (so er denn gewinnt) - da zeigt sich ein schönes Muster. Vor allem fragt man sich auch, wer da eigentlich noch Politik für die Menschen macht? Das ist wie bei uns, es zählt nur der Wunsch der Wirtschaft, wirklich zu sagen hat von den Spinnern doch keiner mehr was. Obama ist in vielen Dingen mit seiner Meinung eingebrochen, was großteils leider auch an den Republikanern lag, bei uns ist es Merkel, die am Rockzipfel der Wirtschaft hängt. Überall das Gleiche. Es ist nur faszinierend, dass der Ruf der USA in den letzten Jahren bedeutend schneller abgesackt ist, als der anderer Länder, obwohl es nicht anders gemacht wird. Ich weiß ja, dass man nicht alle Amerikaner über einen Hut scheren darf, aber bei der Denkweise da drüben schüttelt es mich regelmäßig. Sei es Schwule, Waffengesetze, Schwarze, Einwanderer - so schön das Land äußerlich auch teils sein mag, dahinter modert es mehr und mehr.

    @Corina: Bei Österreich muss ich passen, aber allein das Wort Kindergartenniveau sagt alles. Erinnert mich schwer an Berlin und ihren kindischen Zickereien in den Parteien. Da habe ich mich auch schon so oft gefragt, was für Volldeppen da eigentlich sitzen? Soweit ich weiß, sollte Politik mal fürs Volk gemacht werden, aber irgendwie wird es nur noch für den Geldbeutel deren gemacht, die eh schon genug haben.

    Und das mit dem Friedensnobelpreis - ich für meinen Teil denke, das war reine Hoffnung. Ich glaube, die halbe Welt hat damals bei seiner Wahl große Stücke auf ihn gesetzt und gehofft, er würde in seinem Land etwas erreichen. Hätte er vielleicht auch, wenn er denn noch etwas zu sagen hätte.

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  4. Vielleicht ist der Ruf deshalb schneller abgesackt, weil es einfach das Land ist, dem am meisten Aufmerksamkeit entgegengebracht wird? Es wird ja immer gesagt, dass Amerika das Wirtschaftsland schlechthin ist, wobei Japan und China angeblich ja schon mehr als aufgeholt haben. *g* Und wenn man sich die Staatsverschuldung von den USA ansieht, na da kann man nur mehr "Gute Nacht" denken. Irgendwie schaffen sie es nicht Fuß zu fassen und bleiben am Stand stehen. Sieht man eben wirklich auch bei manchen Einstellungen, die du oben schon genannt hast.

    Sei froh, dass du da gerade nichts mitbekommst. *g* Wenn es nach mir geht, gehört hier alles ganz neu gemacht und die ganzen Politiker ausgewechselt. Wobei das vermutlich dann auch nichts hilft. *sfz*

    Das ist auch einfach das Problem. Die Republikaner versperren alles was Obama machen möchte. Das ist ja zum aus der Haut fahren.

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  5. Ich nicke hier gerade. Jedes Mal, wenn ich das höre von wegen "Wirtschaftsland", kann ich mittlerweile nur noch lachen und bin gleichzeitig froh über unseren Sozialstaat, denn der längst in den meisten Fällen die Armen nicht unter der Brücke verhungern. *sfz*

    Irgendwie warte ich insgeheim auf den großen Knall. Ich meine, Obama hat seine Republikaner, wir haben die Wirtschaft, die anderen Länder haben ihre Kriege und weiß der Geier was noch alles. Ob es die USA sind, Griechenland mit ihrer Unfähigkeit sich aus dem Sumpf zu ziehen oder eben die ständigen Kriegsnationen... Die ganze Welt ist zu einem Irrenhaus geworden und in vielen Fällen sind Poltiker mit daran Schuld.

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